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11.01.2018

Grünkohl - ein echtes Powergemüse mit lang gehegter Tradition

Vor allem bekannt als deftige Mahlzeit in der kalten Jahreszeit, kann der Grünkohl eigentlich noch so viel mehr!

Wir sind der Geschichte und den Besonderheiten des Powerkohls einmal auf den Grund gegangen.



Im deutschsprachigen Raum wurde der Grünkohl bereits im Mittelalter erstmalig erwähnt und tauchte außerdem im 16. Jahrhundert in einigen Kochbüchern auf. Doch seine Geschichte reicht viel weiter zurück!
Bereits 400 v. Chr. wird ein krausblättriger Blattkohl in Griechenland beschrieben. Und auch die alten Römer wussten das Gemüse; in Rom Sabellinischer Kohl genannt, zu schätzen. Dort galt der Kohl als Delikatesse; Bauern, die ihn anbauten, kamen dadurch nicht selten zu großem Reichtum.
Dieser Sabellinische Kohl ist wohl der Vorläufer des heutigen Grünkohls und damit eine der ältesten Kohlsorten.
 


Auch heute erfreut sich der Kohl größter Beliebtheit.
In Berlin findet sogar jährlich das bekannte „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ statt, ein Festessen, welches ursprünglich aus Oldenburg kommt und seit 1956 zelebriert wird. Hier wird zudem stets ein Kohlkönig gewählt. Gäste wie zum Beispiel Angela Merkel, Sigmar Gabriel und passenderweise Helmut Kohl durften diesen Titel schon tragen.
Die älteste Tradition geht aber auf Bremen zurück. Seit 1545 findet im Bremer Rathaus jedes Jahr am zweiten Freitag im Februar das sogenannte „Schaffermahl“ statt. Es diente ursprünglich als Abschiedsessen zwischen Kaufleuten, Reedern und Schiffskapitänen, bevor die Schiffe zum Winterende in See stachen.
 



Die Grünkohlsaison beginnt traditionell mit dem ersten Frost, eigentlich kann man den Kohl aber bereits vor dem Frost verzehren. Seinen vollen Geschmack entfaltet er jedoch erst nach einer langen Reifeperiode. Durch Photosynthese wird ein Teil der enthaltenen Kohlenhydrate zu Zucker umgebaut. Die kalten Temperaturen sorgen für verminderte Enzymaktivität, so dass der Zucker erhalten bleibt. Außerdem wird mit der Zeit die Blattstruktur lockerer und der Kohl dadurch leichter bekömmlich.
Da für die Zuckerbildung Photosynthese nötig ist, ist der Tipp, den Frosteffekt im Tiefkühlfach selbst zu erzeugen, ein Irrglaube. Man erreicht den vollen Geschmack wirklich nur durch eine lange Reifezeit mit viel Sonnenlicht auf dem Acker.
 


Schon in der Antike wusste man seine heilende Wirkung zu nutzen. So glaubte man in Griechenland und Rom sogar, Grünkohl vermischt mit Gerstenmehl könne Schlangenbisse heilen.
Hippokrates empfahl eine Brühe aus Grünkohlblättern gegen Husten und Heiserkeit.
     
Heutzutage gehen unsere Kenntnisse dagegen schon wesentlich tiefer.
Grünkohl ist eine der eiweiß- und kohlenhydratreichsten Kohlsorten und hat einen sehr hohen Vitamin C-Gehalt. So stärkt er das Immunsystem, hilft bei Verstopfung, entgiftet den Darm und kräftigt die Schleimhäute.
Doch nicht nur das:

aus einer Studie der Jacobs University Bremen und der Universität Oldenburg geht hervor, dass manche Arten zehnmal mehr krebsvorbeugende Substanzen enthalten als Broccoli.
Grund dafür ist der hohe Anteil an enthaltenen Glucosinolaten; pflanzeneigenen Stoffen, die der Grünkohl besitzt um sich vor Fressfeinden zu schützen.
Für uns hingegen sind diese Substanzen ein Gewinn, da die Glucosinolate beim Zerkleinern in Senföle umgewandelt werden. Manche Senföle, die besonders norddeutsche Grünkohlarten wie Frostara oder die Rote Palme enthalten, helfen nachweislich dabei, Krebserkrankungen vorzubeugen.

Am besten entfalten die sekundären Pflanzenstoffe ihre Wirkung übrigens, indem man den Grünkohl nur leicht dünstet, roh als Salat zubereitet oder für Smoothies verwendet!
 




Schon gewusst?
Im Bremer Raum wurde früher vor allem eine spezielle Sorte Langkohl angebaut, die dem Grünkohl dort aufgrund ihrer violett-bräunlichen Farbe den Namen Braunkohl gab.
 

 

 

 

 

 

 

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, findet in unseren Rezepten sicherlich die ein oder andere Anregung. Wie wäre es zum Beispiel mit feurigem Grünkohl mit Ingwer?

Selbstverständlich findet man dort auch ein tolles Rezept für den klassischen Grünkohl.

Wir wünschen guten Appetit!






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