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26.06.2018

Hier summt es!

Unsere Kollegin Wiebke Wiggers hat eine Leidenschaft für Honigbienen. Wenn sie nicht gerade im Büro unser Sortiment im Blick hat oder Kontakte zu Lieferanten knüpft, ist sie als Imkerin tätig. Derzeit stehen ihre zwei Bienenvölker auf unserem Acker "Eden" und helfen bei der Bestäubung des Gemüses und der Blühstreifen. Heute erzählt sie uns, was sie dazu bewogen hat, Imkerin zu werden - viel Vergnügen!



Im Juni vor drei Jahren kam ein Bekannter mit der Bitte zu mir, doch einmal mit ihm zu seinen Bienen ins Naturschutzgebiet in den Wümmewiesen zu fahren. Er wollte gern wissen, was dort für Pflanzen wachsen, um seinen Honig-Abnehmern darüber Auskunft geben zu können. Da ich vorher wenig über Bienen und Imkerei wusste, war das eine ideale Gelegenheit einem Imker direkt über die Schulter zu schauen. Dieser erste Besuch hat mich so sehr fasziniert, dass ich ab diesem Zeitpunkt bei den vielen Arbeiten mit und um die Bienen dabei war und bald der Wunsch entstand, selbst Bienen zu halten.



Der Mensch hat schon vor 10.000 Jahren verstanden, dass es sich beim Honig um eine ganz besondere Delikatesse handelt. Das lässt sich anhand von entsprechenden Höhlenmalereien belegen.  Mit den ersten Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien beginnt auch die Geschichte der Imkerei. Bis vor ein paar Jahrhunderten zerstörte man noch einen Großteil der Waben eines Bienenvolkes um den Honig ernten zu können. Zum Glück hat der Mensch seine Technik heute verfeinert und ein guter Imker bietet den Bienenvölkern heute z.B. eine Behausung an, die ihm das Arbeiten mit dem Bienenvolk erleichtert und die Bienen dadurch weniger stark beeinträchtigt.



Was wir unter Obst und Gemüse verstehen, ist meistens die Frucht einer Pflanze.  Diese entsteht nur dann, wenn die Blüten der jeweiligen Pflanze vorher befruchtet/bestäubt worden sind, was in freier Natur oft Insekten übernehmen, die dafür von den Pflanzen Nektar zurückbekommen. Besonders staatenbildende Insekten, wie die Honigbiene, sammeln im Frühjahr und Sommer große Mengen Nektar und legen in Form von Honig Vorräte für den Winter an.



Ein Bienenvolk besteht aus drei Bienenwesen, der Königin, den weiblichen Arbeiterinnen und den männlichen Drohnen. Im Sommer kann ein Volk aus über 50.000 Bienen bestehen. Die Königin wird bis zu vier Jahre alt und sorgt durch ihre Pheromone für Ordnung im Volk, sie legt pro Tag bis zu 2000 Eier. Die weiblichen Bienen durchlaufen während Ihres Lebens viele Arbeitsbereiche und werden vom Innendienst (Hauswirtschaft, Reinigungskraft, Innenausbau) zum Außendienst (Sammelbiene) befördert. Die meiste Zeit des Jahres gibt es nur weibliche Bienen in einem Bienenvolk, nur von April bis August gibt es auch die männlichen Drohnen, die neben der Fortpflanzung nur eine untergeordnete Rolle im Bienenstaat haben.



Honigbienen sammeln Nektar von vielen Pflanzen, sie sind dabei  aber organisierter als andere Insekten, sie sind „blütenstet“, d.h. sie besuchen bei einem Sammelflug immer die gleiche Blütenart. Darum werden z.B. auf Obstplantagen zur Bestäubung häufig Bienenvölker aufgestellt. Auf unserem neuen Acker „Eden“ haben wir zwischen den Beeten Blühstreifen angelegt, um neben den Gemüsepflanzenblüten ausreichend Nahrung für Insekten anzubieten. Dort summt und brummt es mittlerweile gewaltig. Mit Freuden haben wir dort nicht nur Bienen, sondern auch Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge entdeckt.



In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Fluginsekten massiv eingebrochen, genaue Nachweise über die Ursachen sind strittig - Klimafaktoren und die intensive landwirtschaftliche Nutzung werden jedoch immer wieder genannt. Dass es die Insekten in den intensiv bewirtschafteten Monokulturen schwer haben, kann man sich denken, auch die abnehmende Pflanzenvielfalt auf Weiden und Brachflächen durch häufigeres Abmähen vermindert ihr Nahrungsangebot. Doch es tut sich etwas: Mittlerweile gibt es Förderprogramme und Prämien für Blühstreifen und Brachflächen, Wildbienen-Aktionen  und diverse Vereine und Verbände, die sich des Problems angenommen haben. Bei der Stadt  Syke gibt es Initiativen, das Abmähen von Straßenrändern einzudämmen.



Ein bißchen mehr „Wildwuchs“ in unserer Umgebung schafft für viele Kleintiere, Vögel und Insekten wichtige Biotope. Vielleicht denken Sie beim nächsten Rasenmähen einmal darüber nach, dass es ohne Insekten keine Kirschen und Bohnen gäbe. ;-)

 

Und wer nun einmal einen bewegten Eindruck vom Alltag einer Imkerin bekommen möchte, kann Wiebke in unserem neuen Youtube-Video über die Schulter schauen.




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