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05.07.2016

Über die Schulaktionstage berichteten der Syker Kurier und die Syker Kreiszeitung

Aktionstage für Schulen - Magische Momente auf dem Biohof
Von Michael Walter, 20.6.2016, Syker Kreiszeitung

Wo kommt eigentlich das Obst und Gemüse her, das wir regelmäßig essen? Die Antwort auf diese Frage konnten sich jetzt rund 450 Schüler beim Bioland-Hof Voigt in Gessel selbst erarbeiten.
28 Schulen aus dem Nordwesten haben den Hofladen „frischeKISTE“ als Lieferanten für ihr Schulobst und -gemüse gewählt. Für sechs Grundschulen hat der Bioland-Hof jetzt spezielle Aktionstage angeboten: Vorige Woche sowie am Montag und Dienstag. Teilnehmer: 22 Klassen aus Delmenhorst, Bremen, Diepholz, Bassum und Syke.
Über drei Stationen lernten die Kinder auf interaktive Weise verschiedene Inhalte zu den Themen Gemüseanbau, Wiese und Boden kennen. An der Bodenstation erzählten Friederike Stelter (Biologin) und Till Bollermann (Geologe), wie der Bodenkreislauf funktioniert und warum der Regenwurm dafür so wichtig ist.
In Folientunneln zeigten Gärtnerin Beate Krondorf und Biologin Anastasia Werner den Anbau von Paprika, Tomate, Gurke und Co. Und Kay Trinler vom Nabu Syke machte vor, wie er die hofeigenen Heidschnucken schert und erklärte, warum Schafe zur extensiven Wiesenpflege so wichtig sind.
„Für uns waren diese Schulaktionstage gekennzeichnet von einer tollen – ja man muss es so sagen: Magie“, strahlt Kulturwissenschaftlerin Britta Enders, die für die „frischeKISTE“ das Schulobstprogramm betreut. „Die Dynamik, die sich bei den einzelnen Klassen zwischen den Stationen entwickelt hat, war für uns alle sehr berührend, lustig und erkenntnisreich. Wir haben zusammen geschmunzelt, wenn Fragen kamen wie: Aber meine Schwester hat auch rote Pullis, wo sind denn die roten Schafe? Und wir waren gerührt wenn so etwas kam wie: Euer Gemüse ist immer so toll zum Essen, wenn das in die Schule kommt, zu Hause hab ich das nicht.“
Enders weiter: „Es waren Kinder dabei, die zum ersten Mal in ihrem Leben einen Regenwurm in der Hand gehalten haben und welche, die staunten, als sie Gurken an Pflanzen sahen – wo sie doch eigentlich dachten, dass Gurken unter der Erde wachsen.“
Man sei im Betrieb sehr überrascht gewesen über das große Interesse seitens der Schulen. Obwohl das Programm daraufhin gegenüber der ursprünglichen Planung deutlich aufgestockt wurde, habe man immer noch einigen Schulen absagen müssen, sagt Enders.
Für das Hof-Team hätten diese Aktionstage ausgesprochen positive Nebeneffekte gebracht, betont Britta Enders, „weil es sehr berührende Momente mit den Kindern gab, und das den Mitarbeiterinnen, die sonst nur packen oder im Hofladen stehen, gutgetan hat“. Trotzdem ist sie sich nicht sicher, ob der Bioland-Hof etwas in dieser Größenordnung noch einmal organisieren würde. „Wahrscheinlich eher nicht“, sagt sie. „Sechs Klassen an einem Tag, ist für unseren Betrieb schon etwas sehr Besonderes. Und für die Kinder ja auch.“

Bioland-Hof Voigt lädt erstmals Klassen zum Schulaktionstag ein / „Schreit nach Wiederholung“ / Wenn´s Clara an die Wolle geht
Von Micha Bustian, 21.06.2016, Syker Kurier

Welche Farbe hat Basilikum? Kann man Unkraut essen? Wie atmen Regenwürmer? Diese und viele weitere Fragen bekamen Kinder der Freien Aktiven Schule am gestrigen Montag auf dem Bioland-Hof Voigt in Gessel beantwortet. Inhaber Jochen Voigt hatte – Premiere – erstmals zu den Schulaktionstagen gerufen. Und sein Fazit klang klar und deutlich: „Das schreit nach einer Wiederholung.“
Vier Termine hatten Jochen Voigt und sein Team in der Woche vor den Sommerferien anberaumt. „Bisher haben wir nur Einzelführungen gemacht“, so der Bio-Landwirt. „Aber wir haben viele Anfragen von Schulen. Deshalb haben wir das Interesse jetzt gebündelt.“ Das Ergebnis: die Schulaktionswochen. „Das haben wir erfunden.“ Allein gestern schleusten Voigt und Co. sechs Klassen über das Areal mit seinen drei Stationen: Gewächshaus, Boden und Schaf.
Am Gewächshaus gab´s erst einmal etwas zu futtern. Probierstation nannte Lehrerin Kristine Bauer das. Mit Gurken, Paprika und Tomaten peppten die Fünf- bis Elfjährigen ihr Frühstück auf. Und während Jördis und Lara laut quietschend mit zwei Gräsern fochten, referierte Ingard über lila Basilikum und grüne Paprika. „Grüne Paprika isst man unreif, Gurken auch“, zählte das Mädchen auf, was es gelernt hatte. „Und der lila Basilikum verträgt sich gut mit den Tomatenpflanzen.“ Tjeark ergänzte: „Und er schmeckt milder als der grüne Basilikum.“ Alles selbst getestet.
Weiter zog die Karawane in Richtung Misthaufen. Oder wie es Betreuer Till bezeichnete: Humus. Doch der musste warten. Denn zuerst galt es, Pferde zu streicheln, die auf der angrenzenden Weide grasten. Doch – die Kinder konnten es kaum glauben – auch kleinere Tiere, die in der Erde leben, können spannend sein. Oder schon die Erde. Die bestehe aus Sand und Pflanzenresten, erläuterte Till. „Ein Zentimeter Bodenschicht braucht für seine Entstehung 250 Jahre.“ Und dann ging die Entdeckungstour los: Wieso hat der Misthaufen eine Plane, mit der er abgedeckt wird? Damit keine Samen drauf fallen. Die daraus entstehenden Pflanzen würden nämlich die Nährstoffe verbrauchen, die der Landwirt gerne auf seinen Feldern verteilen würde. Weshalb ist der Misthaufen warm? Das liegt an den in der Erde arbeitenden Tieren. Und letztlich: Wie atmet ein Regenwurm? Über die Haut. Kommentar Tjeark: „Ich kann auch durch die Ohren atmen.“ Ist klar . . .
Dabei lag die ganze Truppe bäuchlings auf der Plane des Misthaufens und lauschte eindringlich den Worten von Rieke, die anschließend den Humus freigab zur Suche nach Regenwürmern und anderem Krabbelgetier. Die Würmer durften sogar nach Hause genommen werden – fürs heimische Beet, zum Füttern der Vögel oder schlicht zum Angeln. Eine Sache allerdings, die gehört nicht in den Kompost, erklärte Till: Plastik. Also gab Tjeark ein Gummiband pflichtbewusst bei Jochen Voigt ab und bekam dafür ein dickes Lob.
An Station drei schließlich wartete Kai Trinler mit dem Schaf Carla 749. Das saß gemütlich an seinen Besitzer gelehnt auf dem Hintern und wartete auf seine Schur. Kai Trinler hatte schon einmal „einen Reißverschluss“ angefertigt, den er zur Belustigung seiner jungen Zuschauer öffnete. Und dann ging´s dem Tier ans Fell – ganz vorsichtig, weil es auch einem Bentheimer Landschaf weh tut, wenn es in die Haut geschnitten wird. Zwei kleine Ratscher durfte Marlene mit einem Desinfektionsspray behandeln. „Blauspray“, erkannte Jochen Voigt. „Das hilft gegen alles.“
Für Schüler und Lehrer war es, so Kristine Bauer, „super, mal zu sehen, wo das Obst und Gemüse herkommt, das wir in der Schule zu essen bekommen“. Klasse fand sie auch, dass die Erst- bis Viertklässler jetzt wissen, dass Unkräuter wie Melde, Giersch oder Brennnessel durchaus essbar sind.
Auch für Jochen Voigt und sein Team hatte sich der Schulaktionstag gelohnt. „Anfangs hatten wir ganz schön Stress“, blickte der Bio-Landwirt zurück. „Aber irgendwann wusste jeder, was er zu tun hatte. Ab da lief´s.“ Und einen zukünftigen Praktikanten hatte  Jochen Voigt auch bald gefunden: Lasse. Er lebt mit seiner Familie auf einem Resthof und hat schon einschlägige Erfahrungen im Radieschenanbau.





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