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29.03.2016

Interview mit Volker Gehrmann von der Aktion "Bantam Mais"

Herr Gehrmann, worum geht es bei Ihrer Aktion „Bantam Mais“?
Der Bantam-Zwergenaufstand begann 2006, als in Deutschland noch der Gentechnik-Mais MON810 von Monsanto wuchs. Seitdem wehrt sich die Aktion erfolgreich gegen den Anbau von Gentechnik-Mais vor Ort. Gärtner, Bauern und Balkon-Besitzer pflanzen, genießen, vermehren und tauschen den samenfesten Traditionsmais Golden Bantam an zehntausenden Standorten in Deutschland. Mit Erfolg: seit 2009 ist der Anbau von Gentechnik-Mais in Deutschland verboten! Aber nur beharrlicher, entschlossener Widerstand vor Ort wird auch künftig den Anbau von Gentechnik verhindern. Wir wollen auch in Zukunft keinen Anbau von Gentechnik-Pflanzen in Deutschland und Europa! Deshalb baut die Bantam Community überall samenfesten Mais an, um daraus Saatgut zu gewinnen und zu verbreiten. Weil die Aktion diese fast ausgestorbene Praxis wieder zu einer gängigen Praxis gemacht hat, muss sie beim erneuten Gentechnik-Anbau berücksichtigt werden. Die gentechnische Verunreinigung fruchtbarer, samenfester Mais-Sorten wie Golden Bantam könnte zu einer unkontrollierten Ausbreitung von Gentechnik führen, die verboten ist.

 

Worin besteht der Unterschied zwischen samenfestem Saatgut und Hybridsorten?
Die Aktion fördert auch die Verbreitung von samenfestem Saatgut und warnt vor Hybrid-Sorten. Hybrid-Saatgut können Landwirte und Gärtner nicht mehr selbst vermehren und verbessern. Sie müssen es deshalb jedes Jahr neu kaufen. Das ist gut fürs Konzerngeschäft, aber schlecht für die Vielfalt. Nicht nur Deutschlands Maisäcker sind von Hybrid-Sorten beherrscht. Immer mehr Pflanzenarten und Gemüsesorten selbst für private Gärten tragen mittlerweile die Bezeichnung „F1“, an der Hybride meistens zu erkennen sind.

Was ist das Gefährliche und welche Risiken bestehen beim Anbau von Gentechnik-Mais?
Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ist mit vielen Risiken verbunden. Einmal in die Natur freigesetzt, lassen sich  gentechnisch veränderte Organismen nicht wieder zurückholen. Das von insektenresistenten Gentechnik-Pflanzen freigesetzte Gift schadet nicht nur dem Zielorganismus, also dem Pflanzenschädling, sondern auch nützlichen Insekten. Die giftigen Spritzmittel wie Glyphosat, die mit dem Großteil der Gentechnik-Pflanzen eingesetzt werden, gefährden die biologische Vielfalt, es gibt also weniger Wildpflanzen und in der Folge weniger Insekten und Vögel in der Landschaft. Wie sich der Verzehr von Gentechnik-Pflanzen auf die menschliche Gesundheit auswirkt, ist ungeklärt, denn es gibt keine empirischen Untersuchungen dazu.

Wodurch genau zeichnet sich Bantam Mais aus?
Golden Bantam wurde im Jahre 1902 als erster gelber Süßmais auf den Markt gebracht. Golden Bantam ist samenfest und kein Hybridmais wie die meisten heute angebauten Sorten. Seine Körner können im nächsten Jahr wieder ausgesät werden. Wer Hybride anbaut, muss jedes Jahr neues Saatgut kaufen - anstatt es selbst nachzubauen und dabei durch geschickte Auslese sogar noch zu verbessern und dem eigenen Garten anzupassen. Und natürlich schmeckt er gut, am besten frisch geerntet aus dem eigenen Garten! Passend zum UN-Jahr der Hülsenfrüchte bekommt der Mais 2016 Gesellschaft: Blauhilde, eine blauhülsige Stangenbohne vom Typ Neckarkönigin mit vorzüglichem Geschmack, sehr ertragreich und gesund. Die Bohne ist die perfekte Partnerin für den Anbau in Mischkultur und zum Einstieg in den Samenbau im eigenen Garten. Mais und Bohne ergänzen sich ideal auf dem Acker und auf dem Teller. Blauhilde liefert Stickstoff für den Mais im Garten und Proteine für die Küche.

 

Was können Kundinnen und Kunden der frischeKISTE tun, wenn sie die Aktion „Bantam Mais“ unterstützen wollen?
Die Aktion kann auf vielfältige Weise unterstützt werden. Um sich zu beteiligen und aktiv mitzumachen, sollten interessierte frischeKISTE-Kundinnen und Kunden sich zunächst Saatgut besorgen. Das gibt es in vielen Bioläden und im Internet, Bezugsquellen finden sich auf unserer Webseite www.bantam-mais.de. Wenn der Mais ausgesät ist, kann der Standort auf der Golden Bantam Karte eingetragen werden.
Hilfe ist auch bei der weiteren Verbreitung der Aktion willkommen, der Informationsflyer sowie Plakate und Aufkleber können kostenlos auf der Webseite bestellt werden. Die Aktion finanziert sich ausschließlich mit Spenden, jede kleine und große finanzielle Unterstützung ermöglicht es, die Aktion fortzuführen.
 


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