Gemüsewissen · Saison

Porree: Unscheinbares Gemüse, in dem mehr steckt als du denkst

Insa von der frischeKISTE hält zwei gekreuzte Stangen Bio-Porree vor einer Fachwerkwand
Insa aus unserem Einkauf mit zwei Stangen Winterporree.

Denkst du auch, Porree ist nur gut für Suppen? Weit gefehlt. Die langen grün-weißen Stangen liegen von Herbst bis Frühjahr oft in deiner frischeKISTE. Trotzdem werden sie gern unterschätzt.

Dabei kann Porree viel: Roh ist er knackig und frisch. In Butter geschmort wird er weich und fast süß. Im Ofen bekommt er würzige Röstaromen. Hier erfährst du, warum Porree auch Lauch heißt, wie du ihn ohne Sand in die Pfanne bekommst und welche Gerichte jenseits der Suppe auf dich warten.

📌 Porree in Kürze

  • Porree und Lauch sind dasselbe Gemüse. Im Norden sagt man eher Porree, im Süden eher Lauch.
  • Saison: Sommerporree von Juni bis September, Winterporree von Oktober bis ins Frühjahr.
  • Fast die ganze Stange ist essbar, auch das Grüne.
  • Im Kühlschrank hält er etwa eine Woche. Roh eingefroren mehrere Monate.

Porree oder Lauch? Zwei Namen für dasselbe Gemüse

Sagst du Porree oder Lauch? Beides ist richtig. Bei uns in Norddeutschland heißt das Gemüse meist Porree, in Süddeutschland eher Lauch. Der Name Porree stammt vom lateinischen „porrum“. Im Französischen klingt er bis heute ähnlich: „poireau“.

Porree ist eng verwandt mit Zwiebel, Knoblauch und Schnittlauch. Deshalb schmeckt er würzig wie eine Zwiebel, nur deutlich milder. Wer rohe Zwiebeln nicht mag, kommt mit Porree oft gut zurecht. Auch Kinder essen ihn geschmort häufig lieber als gedacht.

Sommerporree und Winterporree: Was ist der Unterschied?

Porree gibt es fast das ganze Jahr. Er schmeckt aber nicht immer gleich.

Sommerporree: zart und mild

Sommerporree wächst schnell und wird von Juni bis September geerntet. Er hat einen langen hellen Schaft und hellgrüne Blätter. Weil er so zart ist, eignet er sich gut für Salate und zum kurzen Anbraten.

Winterporree: kräftig und frosthart

Ab Herbst kommt Winterporree. Er ist kürzer und dicker. Seine Blätter sind dunkler und schimmern leicht bläulich. Er hält Frost aus und kann bei mildem Wetter bis ins Frühjahr auf dem Feld stehen. Sein Geschmack ist kräftiger. Das macht ihn ideal zum Schmoren, Überbacken und für Eintöpfe.

Winterporree mit blaugrünen Blättern wächst in langen Reihen auf einem Bio-Feld
Winterporree im Oktober: gut zu erkennen an den blaugrünen Blättern.

Gerade jetzt im Herbst ist Porree eines der Gemüse, die noch frisch vom Feld kommen, wenn die Sommervielfalt langsam weniger wird. Für dich heißt das: ein verlässliches Gemüse für die ganze kalte Jahreszeit.

Was im Porree steckt

Porree hat wenig Kalorien und bringt trotzdem einiges mit: Vitamin C, Folsäure, Vitamin K, Kalium und Ballaststoffe. Den würzigen Geschmack verdankt er Schwefelverbindungen. Die stecken auch in Zwiebeln und Knoblauch.

Die grünen Blätter enthalten mehr Vitamine als der helle Schaft. Es lohnt sich also, nicht zu großzügig wegzuschneiden.

Porree putzen: So bekommst du Sand und Erde raus

Kennst du das? Du beißt in ein Stück Porree und es knirscht. Das liegt am Anbau. Damit der Schaft hell bleibt, häufeln Gärtner:innen Erde um die Pflanzen. Ohne Licht bleibt der untere Teil weiß. Dabei rieselt etwas Erde zwischen die Blätter. Das ist ein Zeichen für echtes Feldgemüse. Mit diesen Schritten ist sie schnell entfernt:

  1. Schneide den Wurzelansatz und welke Blattspitzen ab.
  2. Halbiere die Stange der Länge nach.
  3. Halte die Hälften unter fließendes Wasser und fächere die Schichten auf. Die meiste Erde sitzt dort, wo Weiß in Grün übergeht.
  4. Erst jetzt schneidest du den Porree in Ringe oder Streifen.
Nahaufnahme von Porree: Übergang vom weißen Schaft zu den grünen Blättern
Hier lohnt sich genaues Hinschauen: Wo Weiß in Grün übergeht, sitzt oft noch etwas Erde.

Du brauchst schnell viele Ringe? Dann schneide zuerst und gib alles in eine Schüssel mit kaltem Wasser. Einmal durchrühren, kurz warten. Der Sand sinkt nach unten. Die Ringe nimmst du einfach von oben ab.

💡 Tipp: Das Grüne nicht wegwerfen

Die dunkelgrünen Blätter sind fester als der Schaft, haben aber viel Geschmack. Fein geschnitten passen sie in Eintöpfe, Pfannengerichte oder Rührei.

Die ganz harten Spitzen sammelst du in einer Dose im Gefrierfach. Zusammen mit Möhrenschalen und Selleriegrün kochst du daraus später eine würzige Gemüsebrühe. So landet weniger im Biomüll und du sparst dir die gekaufte Brühe.

Mehr als Suppe: 7 Ideen für Porree

Porree-Kartoffel-Suppe ist ein Klassiker. Aber probier ruhig mal etwas anderes aus. Diese Ideen gelingen auch an vollen Tagen.

1. Roh als frischer Salat

Schneide Porree in hauchdünne Ringe. Mische ihn mit geriebenem Apfel, Joghurt, einem Spritzer Zitrone und etwas Senf. Lass den Salat zehn Minuten ziehen. Dann wird der Porree weicher und milder. Am besten klappt das mit zartem Sommerporree oder dem hellen Teil vom Winterporree.

2. Langsam in Butter geschmort

Gib Porreeringe mit etwas Butter oder Öl und einer Prise Salz in eine Pfanne. Lass sie bei kleiner Hitze 15 bis 20 Minuten schmoren. Der Porree wird weich, glänzend und fast süß. Er passt zu Kartoffeln, Fisch oder Pasta. Auch als Grundlage für ein Risotto ist er perfekt.

3. Im Ofen überbacken

Schneide Porree in etwa zehn Zentimeter lange Stücke. Gare sie fünf Minuten in Salzwasser. Dann legst du sie in eine Auflaufform, gießt etwas Sahne darüber und streust Käse darauf. Bei 200 °C etwa 20 Minuten backen, bis alles goldbraun ist. Dazu passen Kartoffeln oder ein Stück Brot.

4. Lauwarm mit Senf-Dressing

In Frankreich ist das ein Klassiker. Gare halbierte Porreestangen ganz weich und lass sie etwas abkühlen. Rühre aus Senf, Essig, Öl, Salz und Pfeffer ein kräftiges Dressing. Darüber geben und mit gehacktem Ei oder Kräutern bestreuen. Schmeckt als Vorspeise oder leichtes Abendessen.

5. Als Tarte oder Flammkuchen

Porree und Käse passen hervorragend zusammen. Für eine herzhafte Lauchtarte verteilst du geschmorten Porree auf einem fertigen Teig für Quiche und Tartes. Darüber kommt eine Mischung aus Eiern, Sahne und würzigem Käse. Schneller geht es mit Flammkuchenteig, Schmand, Porree und dünnen Apfelscheiben. Den Teig rührst du zum Beispiel aus unserer glutenfreien Flammkuchen-Backmischung an. Dazu passt im Herbst ein Glas Federweißer.

6. Scharf angebraten

Halbiere dünne Stangen der Länge nach. Brate sie mit der Schnittfläche nach unten in einer heißen Pfanne an, bis sie dunkle Röststellen haben. Dann Deckel drauf und noch fünf Minuten garen lassen. Mit Salz, Zitrone und gerösteten Nüssen wird daraus eine Beilage, die richtig Eindruck macht.

7. Mit Frischkäse cremig gerührt

Porree und Frischkäse sind ein eingespieltes Team. Schmore feine Porreeringe weich und lass sie kurz abkühlen. Dann rührst du sie unter Frischkäse und würzt mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronenschale. Fertig ist ein Dip für Ofenkartoffeln oder Gemüsesticks.

Warm wird daraus eine schnelle Pastasoße: Gib den Frischkäse direkt zum Porree in die Pfanne. Verdünne ihn mit etwas Nudelwasser, bis die Soße schön sämig ist. Vegan klappt das genauso gut mit einer veganen Frischecreme.

🌱 So wird’s vegan

Statt Butter nimmst du Rapsöl, statt Sahne Hafersahne. Für Dip und Pastasoße nimmst du eine vegane Frischecreme. Für die Tarte verrührst du Seidentofu mit Senf, Muskat und Hefeflocken. Das wird erstaunlich cremig und hält beim Backen gut zusammen.

Porree richtig lagern und einfrieren

Porree ist robust. Mit ein paar Handgriffen bleibt er lange frisch:

  • Im Kühlschrank: Lagere ihn ungewaschen im Gemüsefach. Wickle ihn in ein feuchtes Tuch oder lege ihn in einen Beutel. So hält er etwa eine Woche, Winterporree oft länger.
  • Getrennt lagern: Porree gibt seinen Geruch an andere Lebensmittel ab. Halte ihn deshalb fern von Butter, Käse und Obst.
  • Angeschnitten: Reste kommen in eine geschlossene Dose und werden in den nächsten zwei bis drei Tagen verbraucht.
  • Einfrieren: Putzen, in Ringe schneiden und roh einfrieren. Vorher kochen musst du ihn nicht. Gefroren gibst du ihn direkt in Pfanne oder Topf. Für Salat ist er danach allerdings zu weich.

Porree aus deiner frischeKISTE: Bio mit klarer Herkunft

Alles von der frischeKISTE ist 100 % Bio. Einen Teil unseres Gemüses bauen wir selbst an, auf unseren Bioland-Feldern in Syke-Gessel. Dazu kommen Gemüse und Obst von unseren regionalen Partnerbetrieben. Woher dein Porree genau stammt, siehst du im Shop direkt beim Porree. So weißt du immer, was in deiner Biokiste liegt.

Als Bio-Lieferservice bringen wir deine frischeKISTE in Bremen, Oldenburg und umzu bis an deine Tür. Unsere Fahrzeuge fahren mit Biogas, zwei Kühlfahrzeuge mit Ökostrom. Du bestellst einmalig oder regelmäßig. Und du stellst dir die Kiste so zusammen, wie es zu deinem Alltag passt.

Gib dem Porree eine Chance

Porree macht nicht viel Aufhebens um sich. Er liegt verlässlich im Gemüsefach und wartet darauf, dass du ihm mehr zutraust als eine Suppe.

Probier diese Woche eine der Ideen aus. Vielleicht wird geschmorter Porree dein neues Lieblingsgericht für unter der Woche. Oder du merkst, wie gut er roh schmeckt.

Du hast noch keine frischeKISTE? Mit einer Schnupperkiste lernst du uns und unser Saisongemüse in Ruhe kennen.

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